TEXT von UCHIDA Yukiko
Wie gut uns die DVD-Hülle vom deutschen Film "Harte Jungs" in seiner japanischer Version gefiel, habe ich bereits in meinem letzten Beitrag geschrieben. Neulich entdeckte ich in einer Videothek noch einen anderen deutschen Film, dessen japanische Hülle uns leider ein falsches Bild von seinem Inhalt gab. Bei diesem - wie es sich herausstellte - sehr, sehr schönen Film war die "falsche" Hülle extrem irreführend: Wäre man nach ihr gegangen, hätte man geglaubt, es handele sich um einen Pornofilm! Ich hätte mir den Film gar nicht erst angesehen, wenn er nicht ein deutscher Film gewesen wäre.
Der Film "In den Tag hinein" von Regisseur Maria Speth handelt von eine Berlinerin, die jeden Tag mehr oder weniger ziellos lebt. Ihre einzige Beschäftigung ist ein Job in der Mensa. Auch mit ihrem Freund ist sie nicht zufrieden. Da lernt sie einen japanischen Studenten kennen, der dort in Berlin fern der Heimat lebt. Die Zwei verstehen sich und verlieben sich ineinander, obwohl sie die Sprache des anderen nicht verstehen... Es ist also eine ruhiger, stiller Liebesfilm.
Die japanische Hülle zeichnet ein anderes Bild: Hier ist ein nacktes Paar zu sehen. Darunter steht groß der japanische Titel "Sinne -unkontrolliertes Miteinander von Geschlechtsteilen", oder so ähnlich. "Ist das nun ein Pornofilm, oder was?", muß man sich da zwangsläufig fragen. Auch ich musste lange überlegen, ob ich ihn mir ausleihen soll.
Die japanische Vermarktung des Films ist also ein gutes Beispiel dafür, wie Titel und Aufmachung der Hülle uns in die Irre leiten können. Der Film war definitiv kein Erotikfilm, wie ich vorher befürchtete, sondern ein Liebesfilm. Es gibt bestimmt viele Filmfans, die wegen der Hülle ihr Interesse verloren haben, ihn sich an zu sehen. Und auch die anderen Leute, die sich den Film eben wegen der Hülle ausgeliehen haben, dürften von ihm enttäuscht worden sein. Ich hoffe nur, dass den Film auf diese Weise zufällig sieht und trotzdem gefallen daran finden kann.