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04_yukikos japan-tagebuch

woche 56: regenzeit und unterwäschediebe
 


TEXT von UCHIDA Yukiko


Heute regnet es. Genau wie gestern und vorgestern. Auch vorvorgestern und vielleicht auch vorvorvorgestern hat es geregnet. Die Regezeit ist wieder da. Feucht und schwül ist sie und die Luft fühlt sich irgendwie sehr schwer an. Der Schweiß lässt mich überall kleben, sodass es umso anstrengender wird, immer einen Regenschirm tragen zu müssen. Ich könnte mich so viel und noch mehr über diese Zeit beschweren.

Was mich aber am meisten traurig macht, ist, dass ich in dieser Zeit keine Wäsche draußen trocken lassen kann. Die Wäsche nach draußen zu stellen soll man in Deutschland nicht machen, sagte man mir. Zumindest nicht in den größeren Städten. Solche aufgehangene Wäsche schade der Optik der Stadt. Obwohl ich das verstehen kann und die Idee gar nicht schlecht finde, möchte ich als Japaner, die an die Futon-Kultur gewöhnt ist, sehr gerne meine Wäsche, Schlafdecken oder Matratze zum Lüften und Trocknen in die Sonne hängen. Die in der Regezeit im Zimmer getrocknete Wäsche riecht leider nicht so gut...

In Japan gibt es spezielle Waschmittel, um die Wäsche im Zimmer trocken zu lassen, doch finde ich sehr schade, sie nicht rausstellen zu können. Besonders weil ich den Geruch der sonnengetrockneten, frisch gewaschenen Decke mag. Relativ viele Leute in Japan hängen allerdings ihre Wäsche wegen Unterwäschedieben oder wegen Pollen, auf die sie allergisch reagieren, ungern draußen. Man kann ja gegen die Natur nichts machen, aber solche Unterwäschediebe sind sehr, sehr ärgerlich. Besonders, wenn man wegen denen seine Wäsche im Zimmer zum Trocknen aufhängen muss.

Nach der Regenzeit kommt der Sommer, in der Waschen Spaß machen könnte: Wenn es nicht weiter so feucht bleiben und dabei noch viel heißer werden würde... Ein Deutscher mag vielleicht auf der Suche nach Sonne irgendwohin reisen, aber ich bekomme besonderes in dieser feuchten Zeit Sehnsucht nach Deutschland. Ich müsste dann nicht ertragen, dass mir Leute in der vollgepackten Bahn ihren schweißnassen Körper gegen mich drücken.



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