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04_yukikos japan-tagebuch

woche 33: macht pachinko spaß?
 


TEXT von UCHIDA Yukiko


In Japan, wo eigentlich Geldspielerei gesetzlich verboten ist, spielen viele Leute sehr gern Pachinko, ein Spiel mit einem Prinzip, dass dem eines Flipperautomaten ähnelt. Nicht nur Männer sondern auch Frauen, sogar auch Polizisten lieben Pachinko. Und es soll doch Leute, nämlich Pachi-Pro (professionelle Pachinkospieler) geben, die mit Pachinko ihren Lebensunterhalt verdienen! Ich beobachte immer ungläubig die Leute, die schon vor der Öffnung vor den Spielsalons warten. Warum zieht Pachinko so viele Leute in seinen Bann? Ich hatte bis vor kurzem in meinem Leben noch nie Pachinko gespielt. Bis vor kurzem…

Ich hatte mich neulich mit einem Freund verabredet, musste ihm zur verabredeten Zeit allerdings telefonisch Bescheid geben, dass ich mich um eine Stunde verspäten würde. Er hat mir dann geantwortet, er vertreibe sich die Zeit in einem Pachinkosalon. Eine Stunde später bin ich im Pachinkosalon angekommen, um ihn abzuholen. Er hatte ziemlich viel Glück beim Spielen und seinen Einsatz von gerade mal 3.000 Yen um mehr als 20.000 Yen vermehrt. Obwohl ich mich für Pachinko eigentlich gar nicht interessierte und auch keine Lust verspürte, zu spielen, verführte mich dann doch das Glück meines Bekannten, es mal zu probieren.

Ein Pachinkoautomat ist eine aufrecht stehende Kiste mit Einwurflöchern für kleine Metallkugeln, die durch ein Gewirr von Verstrebungen von oben nach unten durchlaufen. Der Pachinkospieler kontrolliert dabei nur die Geschwindigkeit der hintereinander automatisch geschossenen Kügelchen. Wenn eine Kugel in ein bestimmtes Loch fällt, wird eine Art Slotmaschine aktiviert. Und wenn glücklicherweise drei gleiche Bilder oder Nummern erscheinen, gewinnt der Spieler eine Menge neue Kugeln. Wie man mir erklärt hat, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass dreimal das gleiche Bild erscheinen erscheint, bei eins zu etwa dreihundert. Das heißt aber leider nicht, dass man eine 100 prozentige Gewinnchance hat, wenn man etwa 300 Kugeln in die bestimmten Löcher hineinwirft. Die Chance soll dann bei etwa 60% liegt. Und wenn man einmal gewonnen hat und noch mehr Glück hat, gewinnt man weitere neue Kügelchen, bis die Wahrscheinlichkeit des nächsten Gewinns irgendwann auf 50% ansteigt. Das Spielprinzip von Pachinko ist also kurzum, die eingeworfenen Kügelchen zu vermehren.

Die Wahrscheinlichkeitsrechnung von eben vorausgesetzt bedeutet das, wenn man für 1.000 Yen (250 Kügelchen) spielt, verliert man normalerweise alle Kugeln innerhalb von ein paar Minuten. Nachdem mir der Freund von diesem Pachinkomechanismus erzählt hatte, habe ich mich entschieden, in mein erstes Pachinkospiel 6.000 Yen zu investieren, nicht mehr und nicht weniger. Pachinko ist wirklich ein Schicksalsspiel. Ich habe die 6.000 Yen einfach innerhalb ca. 20 Minuten ohne jeden Gewinn verloren - und das, obwohl man normalerweise von Anfängerglück spricht. Nun frage ich mich also immer noch, warum Pachinko so viele Leute bezaubern kann, da ich deren Glück des Gewinnens nicht erleben konnte.



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