TEXT von UCHIDA Yukiko
Der absolute Kassenschlager des japanischen Films, "Spirited Away" von Regisseur MIYAZAKI Hayao, ist seit Mitte Juli endlich als Video und DVD in Geschäften erhältlich. Es ist ca. ein Jahr her, dass Film in den japanischen Kinos anlief und ich in Deutschland hörte, dass der Film in der japanischen Filmgeschichte einen neuen Rekord aufstellte. Ja, kein Wunder, weil wir alle auf MIYAZAKIs neuen Film lange warten musstem seit seinen letzten Film "Prinzessin Mononoke" im Jahr 1997.
Als ich im November letzten Jahres nach Japan zurückkam, lief der Film immer noch in den Kinos und war nach wie vor ein großer Hit. In der Zwischenzeit hatte der Film auch in Deutschland im Wettbewerb der Berlinale einen "Goldenen Bären" gewonnen, neben dem deutschen Film "Bloody Sunday", den ich neulich auch hier im Kino gesehen habe.
Ich bin ein Fan von MIYAZAKIs Filmen. Besonderes gefallen mir seine Werke "Kaze no Tani no Nausica (Sternenkrieger)" aus dem Jahr 1984 und "Tenku no Shiro Laputa" (Anm. der Red.: Lief in den USA unter dem Titel "Castle in the Sky") aus dem Jahr 1986. Und jetzt ich habe endlich seinen neuesten Film auf DVD gesehen. Ja, natürlich hat mir er gut gefallen. In MIYAZAKIs Welt erscheinen immer viele verschiedene nette, liebe Charaktere, und diesmal in dem neuesten Film gefällt mir besonderes quot;Kaonashiquot;, ein einsamer Mann ohne Gesicht, der Sen, die Hauptfigur des Films, mag und der er Gold schenken will, um sich mit ihr anzufreunden.
Anime sind eine eigene japanische Kultur. Sie sind sehr oft mit typisch japanischen Eigenheiten gezeichnet, wie ich finde. So auch "Sen to Chihiro no Kamikakushi - Spirited Away" auch. Zum Beispiel, Sen, das nur 10 jährigen Mädchen, verbeugt sich oft, um ihre Gegenüber zu begrüßen - so, wie sich vielleicht typisch japanische Geschäftleute begrüßen. Die Szene hat mich komischerweise daran erinnert, dass mich mal ein Ausländer freundlich so gegrüßt, wie es ein Japaner tun würde. So lernt man etwas über eine fremde Kultur aus einem Film.
Bei einer anderen Szene habe ich mich gefragt, ob man sie verstehen kann, wenn man nicht aus eben dieser Kultur stammt. Und zwar ruft der Heizer KAMAJI, nachdem Sen einen giftigen schwarzen Wurm totgetreten hat und er ihre zwei zusammengedrückten Zeigefinger mit seiner Hand geschnitten hat, "Engacho!" Das haben wir als Kind oft gemacht, wenn man zum Beispiel in einen Hundehaufen getreten ist. Ich weiß nicht, woher das Wort "Engacho" eigentlich stammt. Ich weiß auch nicht genau, was es bedeuten soll, aber es ist so etwas wie ein Aberglaube, um eine Verbindung mit irgendetwas Bösem, Unglücklichen oder Schlechten zu beenden. Soviel zu den Schwierigkeiten der kulturellen Lokalisierung. Ist der Film vielleicht deshalb noch nicht in den deutschen Kinos gezeigt worden?