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02_final fantasy: die mächte in dir

Teil 1: Digital real - Künstliche Wirklichkeit in den Kinos
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Ein Landung auf der verödeten Erde: Dr. Aki Ross und Deep Eyes- Soldaten aus "Final Fantasy: Die Mächte in Dir"
Bild: © Square Pictures/ Columbia-Tristar

"Final Fantasy" geht den entgegengesetzten Weg zum absoluten Fotorealismus: Wenn Dr. Aki Ross und Grey Edwards im Film gegen die wolkenartigen Geister kämpfen, werden einige Kinobesucher ihren Augen kaum trauen mögen. In bislang unerreichter Qualität stapfen hier virtuelle Schauspieler mit perfekt-unperfekter Haut (in Nahaufnahmen sind Poren, kleine Hautunregelmäßigkeiten und Pickelchen zu sehen) und nahezu vollkommen realistischer Mimik und Gestik durch das Endzeit-Szenario der Erde des Jahres 2065. Dieser Eindruck wurde durch verschiedene Methoden erreicht: Teils mit einer eigens programmierten Software, welche eine physikalisch korrekt anmutende Bewegung von Haaren, Stoffen und Haut ermöglichte. Teils mit Techniken wie Motion Capture, durch welches die Bewegung von realen Schauspielern digitalisiert wurde und auf die virtuellen Charaktere übertragen werden konnte. Und - hier griff dann wieder die Handarbeit - teilweise mit tagelanger Editierarbeit an den einzelnen Bildern einer Filmsequenz.


Künstliche Perfektion bis in die Haarspitzen. Dr. Aki Ross, virtuelle Darstellerin aus dem "Final Fantasy"- Film.
Bild: © Square Pictures/ Columbia-Tristar


"Ich bin sehr beunruhigt,"
soll der zweifache Oskar-Preisträger Tom Hanks laut der US- Tageszeitung NEW YORK TIMES zu der Ausbreitung digitaler Schauspieler und Ihrer Filme gesagt haben. Doch im Augenblick muss der zitierte amerikanische Darsteller noch nicht um seinen Job fürchten: Auch wenn virtuelle Schauspieler - wie oft vorgebracht - zeitlos schön sind (von Shrek vielleicht mal abgesehen), niemals Starallüren entwickeln und vor allen Dingen nicht am produzentengefürchteten Gagenpoker teilnehmen, sind sie nach wie vor weit davon entfernt, den Menschen vor der Kamera ersetzen zu können. Neben technischer Unzulänglichkeiten (Dr. Aki Ross und besonders ihr Gegenspieler General Hein aus "Final Fantasy" schauen oft auch trotz aller Mühen der Key Animators aus seltsam leer-glasigen Augen durch den Zuschauer) fehlt nach wie vor der Grund dafür, synthetische Darsteller (kurz auch gerne als synthespians bezeichnet) menschliche Emotionen darstellen zu lassen. Denn dies können humanoide Akteure jenseits der Daily Soap- Riegen definitiv besser. Und billiger sind sie - wenn man die mehr als 150 Millionen US-Dollar Produktions- und Werbekosten von "Final Fantasy" betrachtet - meist auch noch.



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