Japanlink Logo
 
AktuellesMedien und KulturLand und LeuteGeschichte und PolitikÜber Japanlink
AuswahlStartseite

Verwandte Themen
Nara-Zeit
Zeit der streitenden Reiche/ Azuchi Momoyama Zeit
TAKENO Jôô
Zen Buddhismus
Die literarischen Genres der Edo-Zeit

Druckerversion
3 Begründer der Tee-Kunst

Suchen


Gästebuch
Japanlink Forum
Kontakt
Impressum
Umfrage





| t e e w e g |

3 Begründer der Tee-Kunst

(Seite 3 von 5)

<< zurück zu Seite 2

Diese Meister waren Nachfolger Jukô's und lehrten Jôô dessen sôan no cha. Während er sich zunächst nur "nebenbei" der Tee-Kunst gewidmet hatte, wird sie unter dem Einfluß der oben genannten Meister schon bald zu Jôôs Lebensinhalt. In diesem Zusammenhang ist auch sein gleichzeitiges Studium des Zen zu sehen: beeinflußt von seinem wichtigsten Lehrer, JÛSHIYA Sôgô, wird er im Daitokuji von Sôgô's Zen-Meister KOGAKU Sôk&gocirc; unterwiesen, später, nach dessen Tod, von seinem Nachfolger DAIRIN Sôtô; dieser verlieh Jôô später auch den Titel "koji", mit dem erleuchtete Laienanhänger geehrt wurden. Als Jôô schließlich 1537 im Alter von 35 Jahren nach Sakai zurückkehrte, war er ein angesehener Tee-Meister. Es sollte an dieser Stelle unbedingt festgehalten werden, daß Jôô zu allen drei damals kulturtragenden Schichten, nämlich dem Schwerttadel, den machishû und dem Hofadel, in persönlicher Beziehung stand. Dies sollte für seine Weiterführung des sôan no cha, den Jukô begründet hatte, von großer Bedeutsamkeit sein, wie sich im weiteren noch zeigen wird.

Jôôs 3 Matten-Raum

Die räumliche Verkleinerung des Tee-Raums, wie sie von Jukô begonnen worden war, fortführend, schuf Jöö den 3 Matten-Raum (-5qm). Dieser Raum war, anders als bei Jukô, nicht sonderlich elegant, sondem recht schlicht- so bestanden seine Wände, den Bauernhäusern gleich, aus nicht weiterbehandeltem Lehm. Überhaupt bevorzugte Jôô naturbelassene Gegenstände. Insgesamt glich Jôôs 3 Matten-Raum eigentlich in nichts mehr einem Studierzimmer, so daß man erstmals in vollem Wortsinne vom "Tee im Stil der Einsiedlerhütte" sprechen kann. Bei einer Tee-Zusammenkunft in einem solchen Tee-Raum machte Jôô Gebrauch von möglichst einfachen Tee-Geräten, denn es ging ihm nicht um die Zurschaustellung seiner kostbaren chinesischen Stücke, sondern um das Erleben einer inneren Harmonie zwischen den Teilnehmern im Sinne Jukôs. Bei seinen Zusammenkünften hing Jôô gerne als Bildschmuck ein Gedichtblatt aus dem "Ogura sansô shikishi des FUJIWARA no Teika in die tokonoma. Es handelte sich hierbei um profane und dazu noch japanische Kunst, erstmals wurde also mit der Sitte gebrochen, nur entweder sakrale Kunst (Sutrentexte oder bokuseki) oder aber chinesische Malerei in der Bildnische aufzuhängen. Im übrigen befanden sich die Tee-Räume ganz allgemein zu dieser Zeit schon häufiger in eigenen Tee-Hütten oder-Häusem, dies geht zurück auf den unmittelbaren Nachfolger von Jukô, MURATA Sôshu, welcher die erste Tee-Hütte, "Goshôan", schuf. Hierzu gesellte Jôô den roji, den Tee-Garten. Dieser sollte, wie die Zen-Gärten, die Grenze sichtbar markieren, die die äußere Welt des Alltags von der inneren Welt der Tee-Zusammenkunft trennte.

Tee-Gesellschaften im 4 1/2 Matten-Raum

Da Jôô aber den Stil des shoin no cha nicht grundsätzlich ablehnte, hielt er gleichzeitig auch an Tee-Zusammenkünften im 4 1/2 Matten-Raum fest, die weitestgehend noch dem Stil des Jukô entsprachen, das heißt, es kamen noch Bogengestell und eins oder mehrere kostbare chinesische Tee-Gefäße zur Anwendung. Desweiteren gemahnte auch die Raumausstattung an ein Studierzimmer, und es wurden noch sowohl Papierstreifen, als auch ein Tuschestein auf einem Tischchen vor der tokonoma plaziert. Dieses Verhalten Jôôs zeigt deutlich, daß es ihm nicht um die äußere Erscheinung der Dinge ging, sondern um ihr inneres Wesen, daher waren f'ür Jôô auch die verfeinerten chinesischen Kunstgegenstände und die schlichten oder gar minderwertigen japanischen "Gebrauchsgüter" einander vollkommen ebenbürtig.

Das Ideal des wabi

Der Begriff des wabi wurde von Jôô erstmals in seinem Werk "Jôô montei e no hotto" erwähnt; in einem Brief an SEN no Rikyû, dem "Jöö wabi no fumi", erläuterte Jôô die Idee des wabi: Ziel war die Selbstbescheidung und Anspruchslosigkeit, die jedoch selbstverständlich nur dann möglich war, wenn man selbst auch tatsächlich über Vermögen und Ansehen verfügte, die man dem Ideal des wabi opfern konnte. In diesem Zusammenhang forderte Jôô auch im "Jôô montei e no hotto" ausdrücklich, bewußt Tee-Geräte zu verwenden, die andere für minderwertig hielten und verworfen hatten. Als Beispiel für eine Geisteshaltung im Sinne des wabi bringt Jôô die Selbstbeschränkung der Sonnengöttin Amaterasu an, die den Mythen zufolge trotz ihrer Göttlichkeit in einer einfachen Schilfhütte lebt und sich unpolierten Reis opfern läßt, daß Jôô als Vorbild für wabi ausgerechnet die bedeutendste aller Götter bemühte, zeigt, wie hoch dieses Ideal von ihm geschätzt wurde. Mit wabi nämlich wird nichts anderes als die Essenz des Schulungsweges der Tee-Kunst zu Tage gefördert,das heißt, im wabi liegen die Wurzeln des , und damit auch des spirituellen Zen-Aspekts dieser Kunst. Auf diesen Vorstellungen begründete sich auch Jôôs allgemeine Abkehr von Äußerlichkeiten und seine bewußte Bevorzugung eher schlichter Gegenstände, die auch er oft - darin Jukô folgend - als hieyasete bezeichnete.

Innovationen

Im Zuge dieser Bevorzugung des Einfachen scheute sich Jôô auch nicht, selbst Dinge, die ihm nützlich erschienen, entweder aus dem Alltagsleben zu entlehnen oder sogar selbst zu entwickeln und herzustellen. So "erfand" er Deckeluntersetzer, die er selbst aus Bambus schnitzte, ebenso wie die Tee-Löffel, die er verwendete. In einer Anekdote wird berichtet, daß Jôô, als er einen Eimer erblickte, der gewöhnlich zum Badewasserschöpfen verwendet wird, diesen Eimer nachbaute und fortan ab und an bei Zusammenkünften als Frischwassergefäß benutzte. Solcherlei Dinge lassen sich übrigens auch bei Rikyû finden, der sich besonders beim Entwurf und der Herstellung von Blumenvasen aus Bambus und von Stoffbeuteln für seine Teedosen hervortat. Die eigene Herstellung von Tee-Löffeln wurde übrigens zur Tradition und ist heute noch unter den Tee-Meistem durchaus üblich.

Der Tee-Garten und die Tee-Hütte

Es war Jôô, der erstmals einen Tee-Garten und eine freistellende Tee-Hütte verwirklichte. Der Tee-Garten, auch roji genannt, sollte dabei die Grenze zwischen der äußeren Welt mit ihren Zwängen und Schwierigkeiten und der inneren Welt der Zusammenkunft markieren. Gemeint mit "innerer Welt" ist aber nicht beispielsweise das Innere des Tee-Raums oder dergleichen, sondern eher das Innere des Menschen, so des Tee-Gastes, selbst. Der roji sollte es also den Tee-Gästen ermöglichen, durch Betrachtung der Pflanzen, der Trittsteine, tobiishi, und aller anderen Elemente, die Harmonie und Ruhe, die in seiner Gesamtheit liegt, zu erkennen und auf sich einwirken zu lassen, so daß sie schließlich, nach dem Gang durch den Garten, gewissermaßen geläutert in den Tee-Raum eintreten. Ganz tief in den Tee-Garten wurde die Tee-Hütte gebaut. Beim sôan no cha war sie in der Regel am Aussehen einer Einsiedlerhütte orientiert - wie sich ja schon durch den Namen dieses Stil vermuten läßt. Eine solche Tee-Hütte sollte vor allen Dingen einfach und bescheiden wirken, also dem wabi-Ideal zu äußerer Erscheinung verhelfen. Man sollte jedoch nicht dem Irrtum erliegen, daß, weil bevorzugt naturbelassene Baumaterialien zum Einsatz kamen und Ziel ein schlichter Anblick war, eine solche Hütte recht preiswert und für viele erschwinglich war, das Gegenteil war der Fall - auch heutzutage stellt ein reetgedecktes Dach schließlich einen kaum bezahlbaren Luxus dar.

Seitenanfang


JAPANLINK
| aktuelles | medien & kultur | land & leute | geschichte & politik | special | über japanlink |
© 1997-2010 by APIX
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung auf Datenträger wie CD-ROM, DVD-ROM und anderen Internetseiten sowie Nachdruck dürfen nur nach vorheriger schriftlicher Zustimmung von APIX erfolgen.