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3 Begründer der Tee-Kunst

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3 Begründer der Tee-Kunst

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Zu Zeiten des ersten der drei Begründer des Tee-Wegs, MURATA Jukô ( 1422-1502), gab es außer den oben genannten auch den shoin no cha, den Tee im Studierzimmer, der von den hohen daimyô und dem Hofadel praktiziert wurde. Er fand tatsächlich in einem Studierzimmer statt, auch hierbei legte man Wert auf die prachtvolle Ausstattung des Raumes, der ganz in chinesischem Stil eingerichtet war. Repräsentative chinesische Bildrollen wurden aufgehängt, und der Tee wurde in wertvollen chinesischen Schalen (die zweifelsohne in künstlerischen Belangen der japanischen Keramik weit überlegen war) gereicht, sowie eigentlich alles, was während der Gesellschaft ins Auge fallen konnte, chinesisch oder zumindest dem chinesischen Vorbild nachgeahmt war. Jukô nun sollte, ausgehend von diesem Stil, eine Form entwickeln, die von einigen seiner Zeitgenossen -vielleicht etwas abwertend- als shimojimo no cha, das heißt "Tee der unteren Schichten", bezeichnet wird; allgemein durchgesetzt hat sich jedoch der Begriff sôan no cha, "Tee im Stil der Einsiedlerhütte". Die Besonderheiten dieses Stils, Jukôs Leistungen bei seiner Entwicklung und die Fortsetzung des von ihm begonnenen durch die anderen beiden der sogenannten "Drei Begründer des Tee-Wegs" sollen im folgenden näher beleuchtet werden.

Schöpfer einer neuen Kunstform: Jukô, Jôô, Rikyû

MURATA Jukô- der Beginn des Tee-Wegs

Biographisches

MURATA Jukö wurde 1422 in Nara geboren und trat recht früh dem Shômyôji in Nara bei. Er entwickelte jedoch eine so große Leidenschaft für Tee-Zusammenkünfte auch sehr weltlicher, ausschweifender Art, daß man ihn schließlich aus dem Tempel hinauswurf. Damit begann eine etwa 10jährige Wanderschaft, während der er unter anderem Aufnahme bei der reichen Kaufmannsfamilie MURATA fand, von der er auch seinen Namen erhielt. Mit 30 Jahren etwa wurde er Mönch im Nebentempel Shinjuan des berühmten Daitokuji, in dem Rinzai-Zen praktiziert wurde. Obwohl Jukô bei seinen Teezusammenkünften als erster bokuseki verwendete, vertrat er trotz allem teilweise noch sehr konservative Auffassungen. Dies zeigt sich daran, daß in seiner Anstellung als Tee-Meister des shôguns Ashikaga Yoshimasa, Jukô noch starken Wert darauf legte, immer korrekt, den Formalia entsprechend, gekleidet zu sein. Er symphatisierte mit dem rinkan no cha und anderen recht am Vergnügen ausgerichteten "Versionen" des Tee-Trinkens, wobei es sich wohl um aus der Jugendzeit erhalten gebliebene Vorlieben handelte. Von den eher chinesischen geprägten, raffinierteren Zusammenkünften hielt er hingegen nicht allzuviel, so sagte er beispielsweise einmal: "Ich meine, daß japanische Geräte wie die aus den Provinzen Ise und Bizen, sofern sie attraktiv sind und mit technischem Geschick hergestellt wurden, besser sind als die Chinesischen.

Der 4 1/2 Matten-Raum

Einer der offensichtlichsten Unterschiede zwischen dem shoin no cha und dem daraus entwickelten sôan no cha liegt ohne Zweifel in der Raumgröße: Jukô verkleinerte den Tee-Raum auf eine Größe von einem im Quadrat- dieses Maß hat im Zen-Buddhismus spirituell-symbolische Bedeutung: dem Vimalakirti-Sutra zufolge empfing der indische Weise als er krank daniederlag, gleichzeitig viele Anhänger der buddhistischen Lehre in einem-Raum dieser Größe. Schon vor Jukô nahm der shôgun ASHIKAGA Yoshimasa diesesMaß zur Grundlage für den berühmten Silberpavillon, eine Einsiedlerklause in dieser Größe, nach dieser Einsiedlerklause ist auch der "Tee im Stil der Einsiedlerhütte", sôan no cha, benannt. Ein Raum dieser Größe wird nun auch als 4 1/2 Matten-Raum bezeichnet, da seine Fläche der von 4 1/2 tatami-Matten enspricht. In diesem Zusammenhang entwickelte sich auch der Stil des kakoi no cha, der "Tee im abgegrenzten Raum", bei dem von einem großen Raum durch zwei sechsteilige Stellschirme ein 4 1/2 Matten-Raum abgetrennt wurde. Der kakoi no cha war allgemein nicht so formell und zwanghaft wie der shoin no cha und war bei den damaligen Tee-Menschen, also den Kennern der noch recht jungen Tee-Kunst, sehr beliebt. Um auf Jukô's 4 1/2 Matten-Raum zurückzukommen, so unterschied sich dieser auch von seiner Ausstattung in einigen Punkten von dem Studierzimmer des shoin no cha. Jukô entfernte nicht nur das für den shoin no cha obligatorische chigaidana genannte Wandregal und den Schreibtisch, sondern er führte auch die im Boden versenkte Herdstelle, den ro, ein; der Gastgeber ließ den Tee jetzt auch nicht mehr durch einen Tee-Meister außerhalb des Zimmers zubereiten, sondern tat dies selbst vor den Augen der Gäste. Die Tee-Zusammenkunft wurde auf diese Weise von der Räumlichkeit des Studierzimmers gelöst. Allerdings bewerkstelligte Jukô dies nicht vollständig, und viele Elemente des Studierzimmers sind in seiner "Einsiedlerklause" noch vorhanden: weiterhin stellte Jukô vor der tokonoma ein Tischchen auf mit Schreibpapier, Tuschereibstein und Papierstreifen zum Aufschreiben von Gedichten, auch weiterhin stand ein Bogengestell an der Feuerstelle, und weiterhin war der Raum insgesamt in der dezenten Eleganz eines Studierzimmers gehalten, so waren die Wände mit meist weißem Papier bespannt, die Decke mit Zedernholz vertäfelt, und das Dach mit kleinen Holzschindeln gedeckt. Der Raumschmuck war der gleiche wie beim shoin no cha, jedoch setzte Jukô ihn sparsamer ein.

Die Abkehr von der äußerlichen Vollkommenheit - hieyasete

Mit Jukô setzt auch die Abkehr von den allzu vollkommenen, prächtigen Tee-Schalen chinesischer Produktion ein; er beginnt, eine Vorliebe für nicht ganz perfekte Tee-Geräte zu entwickeln. Dies ist äußerer Ausdruck des Anspruchs Jukô's, die äußere Schönheit der Gefäße möge einer inneren Schönheit, die durch das harmonische Beisammensein des Gastgebers und seiner Gäste enstehen soll, weichen. Diese nicht vollkommenen Gefäße nannte Jukô auch hieyasete, was soviel wie "kühl-abgezehrt" bedeutet; gemeint ist, auch in diesen äußerlich nicht vollkommenen Gegenständen ihre innere Schönheit und den ihnen eigenen Wert zu erkennen.

Prinzipien des Schulungsweges der Tee-Kunst
Im "Otazune no koto" gibt Jukô fünf Verhaltensregeln an:

a) der Gastgeber soll sich unauffällig, aber natürlich benehmen,
b) die Teeblumen sollen nicht erdrückend wirken und in Harmonie mit der Umgebung sein,
c) der Gastgeber soll kein aufdringliches Räucherwerk benutzen,
d) die Tee-Geräte sollen an die Gäste angepasst sein; so ist die Stellung, das Alter, die Bildung und so weiter, zu beachten,
e) sowohl der Gastgeber als auch die Gäste müssen sich auf die Zusammenkunft konzentrieren, sie müssen sich vom Äußeren zu befreien suchen und hin zur Verinnerlichung streben.
Kurzer Einblick in die Gesamttendenz / Fazit

Diese tiefgreifenden Veränderungen fuhren zu einem von Jukô geschaffenen neuen Stil, dem sôan no cha. Insgesamt tendiert dieser neue Stil zu einer Verkleinerung des Tee-Raums, einhergehend mit der Abkehr von der gesellschaftlichen Großveranstaltung hin zu einer intimen Zusammenkunft weumger Personen. Zentral ist hierbei sicherlich das Ziel der Harmonie zwischen den einzelnen Teilnehmern, nämlich die allgemeine Mnwendung zur Innerlichkeit in Abgrenzung zur äußeren Prachtentfaltung des shoin no cha.

Die Synthese der Stile bei TAKENO Jôô

TAKENO Jôô : Bürgerlicher, Landadliger, Hofadliger?

TAKENO Jôô (1502-1555) ging im Jahre 1525 nach Kyôto und ließ sich aus Interesse von verschiedenen Tee-Meistem unterweisen, seine wichtigsten Lehrer waren jedoch FUJITA Sôri, JÛSHIYA Sôchin und ganz besonders JÛSHIYA Sôgô.

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