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Pokémon
Monster, überall Monster
Von Kerstin Schmidt-Denter
Pokémon hört sich an wie eine fiese Krankheit, die zu beträchtlichen Haut-Irritationen und damit auch mitunter zur sozialen Vereinsamung der Betroffenen führt. Ist es aber nicht.
In Wirklichkeit handelt es sich dabei um ein Spiel für den Gameboy, das in Japan und mittlerweile auch in den USA einen großen Beliebtheitsgrad erreicht hat. Pokemon heißt nämlich nicht „Pusteln im Gesicht" sondern so viel wie „Pocket Monsters", also kleine Monster. Und genau um diese Monster geht es auch in dem Spiel. Der Spieler hat hierbei die Aufgabe eines Pokemon-Trainers. Naja, vielmehr spielt man einen kleinen Jungen, dessen größter Wunsch darin besteht, einmal der beste Pokemon-Trainer der Welt zu werden. Dazu muß man Pokemon, die eigentlich in der Wildnis leben, aufstöbern, einfangen und trainieren. Die trainierten Monster läßt man dann gegen andere Pokemon kämpfen, wodurch ihre Kraft - im Falle eines Sieges - steigt. In verschiedenen Levels arbeitet man sich also voran, bis man schließlich die vier besten Pokemon-Trainer besiegt hat.
Klingt soweit eher gewöhnlich. Aber da gibt es ja noch was: Der Spieler muß versuchen, alle 150 verschiedenen Pokemon aufzuspüren. Und jetzt kommt die wirklich gute Idee, die hinter diesem Spielkonzept steckt: Kein Gameboy enthält alle 150 Monster! Was macht also der findige Pokemon-Trainer? Er tauscht Pokemon mit anderen Spielern, indem sie ihre Gameboys zusammenstöpseln. Hierbei sind seltene Pokemon natürlich besonders viel wert, aber auch die Kampferfahrenheit der kleinen Kreaturen ist wichtig. Ein gut trainiertes Monster, das verschiedene Tricks und Kniffe im Kampf beherrscht, wird also ein wichtiges Zahlungsmittel, wenn man die Sammlung der kleinen Wesen komplettieren will. Die Tatsache, daß sich das „Official Pokemon Handbook" seit Wochen in den US-Bestsellerlisten hält, deutet darauf hin, daß sich hinter diesem Konzept eine ganze Welt mit komplexem Regelwerk verbirgt.
Zusätzlich gibt es seit April 1997 das - in Japan beinahe schon obligatorische - Anime zum Spiel (Die Serie läuft seit Anfang September'99 auch auf RTL2, wochentäglich um 14:40 Uhr). Aber auch sonst sind die kleinen Monster überall: In Videos, dem Kinofilm, als Stofftiere, Spielzeuge, Cartoons, auf T-Shirts, Bettwäsche und sogar auf Fruchtriegeln. Der kleine Pokemon-Trainer kann sich also den ganzen Tag mit seinen Schützlingen umgeben.
Aber was macht man, wenn alle Pokemon gefangen wurden, alle anderen Trainer besiegt wurden? Plötzlich erscheint das Leben nutzlos und karg. Aber keine Angst, denn Rettung naht: Und zwar in Form erweiterter Versionen (Pokemon Gold und Silber) mit 200 bis 300 verschiedenen Monstern.
Na, dann mal los.
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