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Das japanische Internet (1)

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Das japanische Internet (1)
Entstehung und Ausbreitung

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Diese waren entweder Forscher in einem der universitären Netze oder dem Forschungsnetz WIDE, oder Nutzer mit hoher Technikaffinität, da eine solche gepaart mit einem gesteigerten technischen Verständnis in den Anfangsjahren des Netzes alleine zur Nutzung unabdingbar waren.

Interessant wurde das Internet für eine breitere Masse damit erst zur Einführung der ersten benutzerfreundlichen Browser und dem Aufkommen des World Wide Web . Im Jahr 1992 entstanden daher in Japan auch die ersten sogenannten Internet Service Provider (ISP) , welche Privatnutzern den Zugang zum nationalen und internationalen Datennetz zur Verfügung stellten.

Einer dieser ISPs und der erste Anbieter des Internetzugangs für Privatleute am japanischen Markt war die Firma Nifty-Serve. Bereits im Jahr 1996 nutzten über 1 Millionen Menschen in Japan den Internetzugang über diese Firma.

Im April 1996 startete die japanische Version des bislang weltweit erfolgreichsten und meistgenutzen Suchkatalogs, Yahoo!. Der Bedarf nach einer Indizierungsmöglichkeiten der vorhandenen Internetseiten durch die Suchhilfe Yahoo! Zeigt, in welchem Ausmaß bereits jetzt verschiedene Internetangebote zur Verfügung standen.

Um eine Erreichbarkeit von verschiedenen Internetangeboten zu ermöglichen, bedarf es einer Form der Adressierung. Diese Adressierung funktioniert im Internet über die sogenannten IP Nummern, die bestimmten Adressen, wie beispielsweise www.japanlink.de, als eine feste Zahlenfolge von vier Zahlenblöcken zugeordnet werden ( ähnlich einer sehr langen Hausnummer). Nur durch diese Adressierung „wissen" die über das Internet versandten Datenpakete, wohin sie eigentlich sollen. Da sich aber niemand diese langen Zahlenblöcke merken kann oder will, wurde ein System entwickelt, welches diesen Zahlen, bestimmte Namen, wie das obengenannten japanlink.de, zuordnet.

Hierfür sind nationale Vergabestellen notwendig, welches in Japan im Jahr 1991 als JPNIC (NIC=Name Identification Center) von einigen ehrenamtlichen Mitarbeitern gegründet wurde.

Zunächst war geplant worden, auf ein eigenes Japan- NIC zu verzichten und die Vergabe und Zuordnung der Domänennamen über die amerikanische INTERNIC abzuwickeln. Jedoch kam man zu der Ansicht, daß dies wenig benutzerfreundlich sei, da die japanischen Nutzer des Netzes bei Problemen sich nicht nur mit dem Computernetz, sondern auch noch mit der englischen Sprache plagen müßten.

In den letzten Jahren erkannte die 1985 de facto privatisierte Telekommunikationsgesellschaft NTT das marktwirtschaftliche Potential des jungen Mediums und steckte hohe Summen in den Ausbau der Zugangsmöglichkeiten für Privatpersonen zum Internet.

Seit der Anteil an Privatnutzern des Internet in Japan zunimmt, wird auch das Auftauchen der angenehmen und eher unerwünschten Nebenerscheinungen der Netz-Kultur häufiger: Zum einen bildet sich, was von Forschern und japanischen und amerikanischen Beobachtern des Internet wie zum Beispiel IZUMI Aizu und Howard Rheingold zum einen verwundert, zum anderen erfreut kommentiert wird, eine Art virtuelle Gemeinschaft von Netzbürgern, den sogenannten Netizens aus, die aktiv in ihrer Muttersprache miteinander kommunizieren. Zum anderen gab es die ersten Gerichtsentscheide mit Haftstrafen gegen Verbreiter von Pornographie im Internet.

Spätestens seit 1996 schießen in Japan neue, kleine Betriebe aus dem Boden, die den neu entstehenden Multimedia- Dienstleistungssektor bedienen. Sie sorgen für größere Vielfalt in der traditionell von Großunternehmen und zaibatsu kontrollierten Medienlandschaft. Bedauerlicherweise sind es gerade diese Klein- und Mittelstandsunternehmen, die in der anhaltenden Wirtschaftsrezession in Japan um ihre Existenz kämpfen müssen .

Große Unternehmen profitieren ebenso von dem anhaltenden Internet-Trend in Japan und bedecken den Markt mit neuen technischen Errungenschaften, die eine „Internet- Tauglichkeit" aufweisen können. Da vielen Nutzern der normale Zugang zum Netz nach wie vor zu kompliziert oder unbequem ist, sie aber nicht auf die Vorzüge des Mediums verzichten möchten, hat beispielsweise der Unterhaltungselektronik- Kommunikationsgerätehersteller Panasonic die Zeichen der Zeit verstanden und bereits im April 1996 ein Internet-Faxgerät auf den Markt gebracht, welches rein äußerlich nicht von einem gewöhnlichen Faxgerät zu unterscheiden ist, allerdings die Infrastruktur des weltweiten Datennetzes nutzen und somit Telefonkosten minimieren kann.

Ebenso wird hitzig an einer engeren Verknüpfung des Kommunikationsmediums Internet und des Unterhaltungsmediums Fernsehen gearbeitet. Erste sogenannte „Web-TVs", die technisch sowohl für das reine Fernsehen als auch für das „Surfen" im Netz ausgerichtet sind, können ebenso erworben werden wie „Set-Top- Boxen", welche auch ältere Fernseher für das Internet bereit machen können.

Der Wissenschaftler JUN Murai betont, daß das Internet schon einen festen Platz in der japanischen Gesellschaft gefunden habe und sieht in dem Netz neue Möglichkeiten für Japan, alte, inzwischen hinderliche Traditionen seines Landes zu überkommen und mit der Welt in offene Kommunikation treten zu können.

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