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Shôjo Manga
Japanische Mädchencomics

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Auch die Mädchen- Comicmagazine aus den neunziger Jahren sind von einer Reihe von Autorinnen geschaffen. Da es, wie oben beschrieben, eine große Vielzahl von Comicmagazinen gibt, gibt es auch eine Menge Autorinnen, die als Amateurzeichnerinnen arbeiten und nicht im Licht der Öffentlichkeit stehen.

Spezifische Zeichnungselemente und Schriftelemente der Comics für Mädchen

So wie alle anderen Comics, so prägte TEZUKA Osamu auch die äußeren Merkmale der Mädchencomics. Sie glichen wie die anderen Comicarten eher dem Film als Bildern und arbeiteten mit Elementen, die dem Film entstammen, wie z.B. Nahaufnahmen, Perspektivänderungen und der Darstellung der Mimik von Personen. Die Personen hatten große westliche Augen und Gesichter, die weder asiatisch noch westlich waren. Daß die Mädchen in den Mädchencomics extrem große und strahlende Augen - oft mit Sternen versehen - und lange, sehr schlanke Beine haben, ist auch auf TEZUKA Osamu zurückzuführen.

In "Ribon no Kishi" werden die Figuren ohne Sexualität und sehr kindlich dargestellt. Auch in den Comics der sechziger und siebziger Jahre werden die Personen als geschlechtslose Wesen dargestellt. Erst in den achtziger Jahren treten Figuren mit geschlechtsbezogenen Merkmalen auf, bemerkenswerterweise sind die ersten von ihnen männliche Personen mit weiblichen Zügen. Die Heldinnen der Mädchencomics wurden seit den Anfängen mit offenem, langen wallenden Haar gezeichnet.

Die Cover der Comicmagazine für Mädchen sind zumeist in bunten Pastellfarben auf Glanzpapier gedruckt und zeigen Mädchen mit großen Augen und offenen Haaren. Die heutigen Comicmagazine für die Mädchen zeigen auch mehrere Personen und Werbung. Im Gegensatz zu den frühen Comicmagazinen aus den siebziger und achtziger Jahren enthalten die heutigen Magazine auch Werbeseiten vor und nach den Geschichten, auf denen u.a. Produkte angeboten werden, die mit den Heldinnen aus den Comics verziert sind.

Die einzelnen Seiten der Comics sind freier gestaltet als in den Comicmagazinen für die Jungen und für die Erwachsenen und ihr Aufbau trägt zum Teil abstrakte Züge. Die panels gehen in einander über und versuchen mit Hilfe zeichnerischer Feinheiten abstrakte Gefühle darzustellen. Oft wird mit einfachen Symbolen wie Licht, Blumen, Regen, Schnee, Sternen, Weite, Enge usw. gearbeitet. So stellt z.B. Regen Traurigkeit dar, Blumen die Freude und Sterne die Hoffnung einer Person. Einsamkeit wird mit Hilfe von Weite erzeugt. Auch die Mode beeinflußt die Darstellung von Personen.
Diese Darstellung der abstrakten Gefühle und der freie Umgang mit den „panels" entwickelte sich in den siebziger Jahren und verstärkte sich danach noch. Wenn man drei Comics aus drei verschiedenen Zeiten - "na NO hanabatake no kochiragawa" aus dem Jahre 1964, "yume miru koro o sugite mo" aus dem Jahre 1977, "omoikkiri tomato" von 1983 und "tennendômei" von 1996 - miteinander vergleicht, so wird dies deutlich.
Das Comic aus dem Jahre 1964 arbeitet mit deutlich getrennten „panels" , Schwarzweiß- Druck und wenigen wechselnden Perspektiven und nur einzelnen symbolhaften Elementen. Die Figuren sind kindlich und mit wenigen menschlichen Zügen gezeichnet. Der Hintergrund ist nur flüchtig und oftmals gar nicht gemalt.
Das Comic aus dem siebziger Jahren hält sich auch noch streng an die Ordnung der „panels" und fängt erst an, mit Symbolen wie Weite, Dunkelheit und Sternen zu arbeiten. Die Personen sind menschlicher und tragen weibliche Züge.
Das Comic aus den achtziger Jahren arbeitet stark mit den übergroßen Augen, auch die männlichen Figuren tragen stark weibliche Züge, insgesamt sind die Personen weniger realistisch dargestellt. Die „panels" werden jetzt oftmals weggelassen, haben verschiedene Formen und gehen ineinander über. Der Hintergrund ist oftmals leer und eher durch symbolhafte Formen und Schattierungen ersetzt. Auch das Comic aus den achtziger Jahren ist noch in schwarzweiß gedruckt.
Das Comic aus dem Jahre 1996 letztendlich ist auf einfarbig buntem Papier sehr schlechter Qualität gedruckt. Es unterscheidet sich farblich von den anderen Geschichten in dem Magazin. Es ist zwar spärlich gezeichnet, nur vereinzelt taucht ein Hintergrund auf, dafür tragen die Personen eindeutig geschlechtsspezifische Züge und es werden bildlich Gefühle dargestellt.

Bemerkenswert ist auch, daß die Figuren, wenn sie wütend werden, im wahrsten Sinne des Wortes das Gesicht verlieren und ihre sonst so niedlichen Gesichter zu Fratzen werden. Im Gegensatz dazu werden seit den ersten Mädchencomics und bis heute wenige chinesische Schriftzeichen (kanji) verwendet, die wenigen, die auftauchen werden mit Hilfslesezeichen in Silbenschrift (Hiragana), sogenannten ofurigana, versehen, um das Lesen zu erleichtern. Diese Variante der japanischen Schrift wird auch hentai shôjo moji (Schriftvariante für Mädchen) genannt.

Thematische Merkmale der Shôjo-Manga
Die Handlungsorte

"Ribon no Kishi" spielt in einer europäischen Märchenlandschaft. In ihr verbindet sich Traumwelt und westliche Welt, ein Motiv, daß sich häufig u.a. in den früheren Mädchencomics findet, allerdings nicht als ein Art Minderwertigkeitskomplex der jungen Japaner gegenüber den Europäern ausgelegt werden darf. Es ist eher das Fremde, Ferne und noch eher das Nichtnahe und Nichtvertraute, das hier Wirkung erzielen soll.
Auch die wirtschaftliche Situation beeinflußte die Wahl des Schauplatzes der Mädchencomics in den Nachkriegsjahren. So handeln viele Comics aus dieser Zeit von reichen europäischen Mädchen, die keine wirtschaftlichen sondern nur Probleme auf Grund der Verweigerung der Liebe von den Eltern haben. Die Probleme der japanischen Mädchen wurden sozusagen umgekehrt dargestellt, und so konnten diese sich sowohl mit der Person in dem Comic identifizieren, als auch ihre eigenen Probleme für einen Zeitraum vergessen.
Die Geschichten der Zeichnerin MIZUNO Hideko aus den sechziger Jahren spielen auch noch ausnahmslos im westlichen Ausland. Einige Serien ihrer Kolleginnen spielen zwar in Japan, allerdings unter wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen, wie sie eher in Europa anzutreffen waren. Die ersten Comics für Mädchen, die ihren Schauplatz in der Schule finden, spielen in den sechziger Jahren noch in amerikanischen High Schools, so wie "Marii Rû" - Mary Lou - von NISHITANI Yoshiko. Das aus dem Jahre 1966 stammende "Remon to Sakuranbo" spielt allerdings schon in einer japanischen High School.
Die erfolgreiche Geschichte "Berusai no Bara" spielt an konkreten historischen Schauplätzen. Die Zeichnerin IKEDA Riyoko hat sie gut recherchiert, und doch ergibt sich aus japanischer Sicht eine Art Traumwelt, in die sie sich auf Grund der Handlungen und Gefühle der Personen hineinversetzen können.
Auch andere Comics der „Gruppe der 24er" spielen in einem europäischen Umfeld. Z. B. die Geschichte "juichigatsu no gimunajiumu" von HAGIO Moto. Es spielt an einem Gymnasium in der hessischen Stadt Gießen. Hier handelt es sich aber nicht um recherchierte Schauplätze, sondern sie sind von der Zeichnerin erfunden.
Trotzdem spielen viele Comics der siebziger und achtziger Jahre in Japan, z.B. so berühmte Comics wie "Wata no Kunihoshi" oder "Dôbutsu no Oishasan". In den neunziger Jahren konzentrieren sich die Comics fast ausschließlich auf Geschichten, die in der Alltagswelt eines japanischen Mädchens spielen.
Die Personen

Im Zentrum der Handlung steht selbstverständlich immer ein Mädchen.

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