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Prinzessin Mononoke

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Prinzessin Mononoke

Kritik: Kerstin Schmidt-Denter

Tiere und Menschen sollten in Frieden miteinander leben. So lautet im Grunde die simple Botschaft dieses Anime, in dem alle Menschen ein bißchen so aussehen wie Heidi, unsere Almhütten-Heldin aus Kindertagen. Hört sich im Grunde nicht besonders aufregend an.
   
Mononoke no hime, Japan 1997

R
: MIYAZAKI Hayao
Sprecher (Japanische Fassung):
MATSUDA Yôji (Ashitaka)
ISHIDA Yuriko (San)
TANAKA Yûko (Lady Eboshi)
MIWA Akihiro (Moro)
135 Minuten (Farbe), FSK: 12. Bisher erhältlich in O-Ton mit deutschen Untertiteln, als deutsche und als amerikanische Synchron- Fassung.
Verleih: Buena Vista International

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US-Plakat Princess Mononoke

Trotzdem wurde "Prinzessin Mononoke" nicht nur der erfolgreichste japanische Zeichentrickfilm aller Zeiten, vielmehr wurde er in Japan zum erfolgreichsten Film überhaupt, erfolgreicher noch als sämtliche Hollywood-Produktionen - bis er 2001 von MIYAZAKIs Nachfolger-Werk "Sen to chihiro no kamikakushi" abgelöst wurde. Kein Wunder, wenn man bedenkt, daß sogar Barry Cook und Tony Bancroft (Disney’s „Mulan") über den Regisseur MIYAZAKI Hayao sagten: „MIYAZAKI ist wie ein Gott für uns." Auch Rick Sternbach, der technische Berater und Illustrator für zahlreiche „Star Trek" Folgen, brachte seine Bewunderung für MIYAZAKI zum Ausdruck, indem er eine Gattung von Aliens in „Star Trek: The Next Generation" nach einer Heldin aus einem von MIYAZAKIs Filmen von 1984 benannte: Die Nausicaans.

Daher ist der Film bei weitem nicht mit dem zu vergleichen, was hierzulande an japanischen Anime verbreitet ist: Spacig angehauchte Serien wie „Sailor Moon" oder technisierte Endzeitvisionen wie „Akira" oder „Ghost in a shell" haben mit „Prinzessin Mononoke" wenig gemeinsam. MIYAZAKI gelingt es vielmehr, die Faszination einer gut durchdachten Märchenwelt entstehen zu lassen, die von der Stimmung her denn auch zeitweilig an Tolkins „Herr der Ringe" erinnert.

Die Geschichte spielt in der japanischen Muromachi-Ära: Ashitaka, ein junger Krieger eines kleinen Dorfes im Norden Japans, wird eines Tages gezwungen, ein riesiges Monster in der Gestalt eines wilden Ebers zu attackieren, um sein Dorf vor der Zerstörung zu retten. Als das Ungetüm sterbend vor ihm liegt, bemerkt er, daß es sich um einen Gott aus dem fernen Wald der Tiergötter handelt. Der Haß, der den Eber zu einem rasenden Monster machte, frißt sich nun über eine sich ausbreitende todbringende Wunde in Ashitakas Arm.
Entschlossen macht der Todgeweihte sich nun auf in den fernen Wald, um dort den Hirschgott, den König aller Tiergötter, um Hilfe zu bitten. Denn dieser besitzt die Macht, Leben zu nehmen und zu geben. Während seiner beschwerlichen Reise, auf der jede Menge Blut fließt und Menschen brutal Köpfe und Arme abgeschlagen werden (dies nur als Hinweis für jene, die annehmen, daß es sich bei einem Zeichentrickfilm automatisch um einen Kinderfilm handelt), lernt er Lady Eboshi kennen, die nahe des Tierwaldes eine Eisenhütte betreibt. Sie und ihr Clan werden regelmäßig von der Wolfsgöttin Moro angegriffen, die den Wald zu verteidigen sucht. Mit den Wölfen zieht auch San, ein junges Mädchen, das einst von den Menschen verstoßen und von Wölfen aufgezogen wurde. Auch sie - Prinzessin Mononoke genannt - bekämpft verbittert die Menschen, um den Wald zu schützen.
Ashitaka ist fasziniert von dem Mädchen, will sich aber dennoch weder auf die eine, noch auf die andere Seite schlagen. Unfreiwillig wird er immer tiefer in den erbitterten Kampf zwischen Mensch und Natur hineingezogen. Seine Versuche, zwischen den beiden Parteien zu vermitteln, handeln ihm das Mißtrauen beider Gruppen ein. Die Lage spitzt sich dramatisch zu, als eine Gruppe von Kriegern dazustößt, die Lady Eboshi dazu benutzen wollen, den Kopf des Tiergottes zu stehlen, um dadurch Unsterblichkeit zu erlangen.

MIYAZAKI, der bisher in all seinen Filmen auf reine Handarbeit setzte, verwendete für „Prinzessin Mononoke" zusätzlich Computer-Technik. Ungefähr 10 % dieses Filmes, dessen Herstellung drei Jahre in Anspruch nahm, wurden Computer-generiert. Dies tut aber der märchenhaften Atmosphäre des Filmes keinen Abbruch - im Gegenteil: Der ganze Film ist geprägt von einer ganz eigenen Stimmung, die dazu beiträgt, daß man sich auch als aufgeklärtes, schwer arbeitendes Mitglied einer Industrie-Nation ein wenig in alte Kindertage zurückversetzt fühlt. In eine Welt, in der es Wunder gab und in der fast alles möglich erschien.

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