Japanlink Logo
 
AktuellesMedien und KulturLand und LeuteGeschichte und PolitikÜber Japanlink
AuswahlStartseite

Verwandte Themen
Japan und Korea
Reif für die Insel

Externe Links
Offizielle Homepage zum Film (J)

Druckerversion
Eine Staatsangehörigkeit ist wie eine Mietwohnung

Suchen


Gästebuch
Japanlink Forum
Kontakt
Impressum
Umfrage





| f i l m |

Eine Staatsangehörigkeit ist wie eine Mietwohnung
Die Romanverfilmung "Go" über Identitäts- und Persönlichkeitsfindung eines jungen Korea-Japaners

Kritik: Andreas Fels

Koreaner in Japan waren in den letzten 80 Jahren eine oft sozial benachteiligte Minderheitengruppe. Doch in den letzen Dekaden hat in den Köpfen vieler Japaner ein Wandel im Umgang mit den Korea-Japanern stattgefunden. Allerdings nicht in allen Köpfen, wie "Go"- Hauptfigur SUGIHARA feststellen muss.
   
Go, Japan 2001

R
: YUKISADA Isao
Produzenten: KUROSAWA Mitsuru
Drehbuch: KUDÔ Kankurô (nach dem Roman von KANESHIRO Kazuki)
Soundtrack: Meyna Co. (KUMAGAI Yôko und URAYAMA Hidehiko)
Kamera: YANAGISHIMA Katsumi
D: KOBOZUKA Yôsuke (SUGIHARA (Lee)), SHIBASAKI Kô (SAKURAI Tsubaki), HOSOYAMADA Takato (Jong-Il), YAMAMOTO Taro (Tawake), OTAKE Shinobu (Michiko, SUGIHARAs Mutter), YAMAZAKI Tsutomu (Hideyoshi, SUGIHARAs Vater)
Verleih (Japan): Toei Co. Ltd.

122 Minuten (Farbe).

Kinostart Japan: 20.10.2001
Kinostart Deutschland: 09.01.2003

Filmplakat (Japan) Go

Die Vorgeschichte: Im August 1945 wurde mit der Befreiung Koreas aus japanischer Herrschaft und der Koreaner aus ihrer Zwangsarbeiterschaft das erste Mal eine Entscheidung fällig, welche die Koreaner in Japan für sich zu beantworten hatten: Die Frage danach, wo sie nach Ende der japanischen Kolonialzeit ihr Leben aufbauen wollten: In Japan, wohin viele von ihnen verschleppt worden waren, um in Fabriken Kriegsmaterialien zu fertigen, oder zurück in der ethnischen Heimat? Von den knapp 2,5 Millionen Koreanern in Japan zu Ende des zweiten Weltkriegs entschied sich der Großteil für eine Rückkehr auf die Halbinsel und ließ etwa 600.000 Menschen zurück. Diese sind die Vorfahren der meisten heute bereits in der dritten, vierten und fünften Generation in Japan lebenden Korea-Japaner. Neben der Rückkehr ins „Heimatland” bestand lange Jahre für Koreaner nur die Möglichkeit der Einbürgerung, die zwar die vorherrschende Diskriminierung zu umgehen geholfen hätte, der aber viele wegen eines Verlustes der koreanischen Identität kritisch gegenüber standen. Einige Änderungen des Japanischen Nationalitätengesetzes, von denen die letzte erst 1991 beschlossen wurde, verbesserten den Status der Koreaner in Japan.

Heutzutage haben die meisten jungen Koreaner in Japan japanische Schulen besucht und sind kulturell nahezu vollständig an japanische Standards angepasst. Sie sehen aus wie Japaner, sprechen fließend Japanisch und nur noch wenige - von denen die meisten koreanische Schulen in Japan besucht haben - sprechen überhaupt noch Koreanisch.

Ein aus diesem Kontext hervorgegangener Korea-Japaner ist SUGIHARA, die Hauptfigur in YUKISADA Isaos mit unzähligen Preisen gekröntem Film "Go", dem der gleichnamige Roman von KANESHIRO Kazuki zugrunde liegt. Der 2000 erschienene Roman des in dritter Generation in Japan lebenden Koreaners gewann den Naoki-Preis, die höchste Auszeichnung für fiktionale literarische Werke, die in Japan verliehen wird. Er hat mit dazu beigetragen, den Diskurs über die Beziehung zwischen Volkszugehörigkeit und Nationalität neu zu befeuern. Ebenso erfolgreich war YUKISADAs Verfilmung, die im Herbst 2001 in die japanischen Kinos kam und unter anderem mit dem japanischen Academy Award in ganzen acht Kategorien, darunter auch dem "Supervision Prize" für den Regisseur, geehrt wurde.

Ebenfalls Gewinner dieses „japanischen Oscars” ist IMAI Tsuyoshi, der sich für den Schnitt des Films verantwortlich zeichnet. Die rasant geschnittenen ersten gut 20 Minuten des Films, in denen die Hauptfigur SUGIHARA (Teenie Idol KUBOZUKA Yosuke) als Rebell auf der Flucht vor Polizei, beim Auflehnen gegen die Lehrer seiner nordkoreanischen Schule, in Schlägereien mit Mitschülern an einer japanischen High School, bei einem Mutproben- Lauf vor einer U-Bahn oder im Kreise von Yakuza vorgestellt wird, nehmen den Zuschauer mit treibendem Technobeat und visuellen Spielereien wie Zeitraffer, Zeitlupen und schrägen Kameraperspektiven gefangen. Dabei erinnern sie bisweilen an visuell auffällige Erfolgsfilme wie Guy Ritchies "Snatch - Schweine und Diamanten" (2000) und Tom Tykwers "Lola rennt" (1998).

Diese plakative Figureneinführung wird nach dem ersten Viertel des Films durch eine konventionelle cineastische Erzählweise abgelöst, als SUGIHARA auf der Geburtstagsparty des Yakuza-Sohns Kato, Sakurai (SHIBASAKI Kô, vorher zu bewundern als sensenschwingende Meuchelmörderin in "Battle Royale") kennen lernt.

Seitenanfang


JAPANLINK
| aktuelles | medien & kultur | land & leute | geschichte & politik | special | über japanlink |
© 1997-2010 by APIX
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung auf Datenträger wie CD-ROM, DVD-ROM und anderen Internetseiten sowie Nachdruck dürfen nur nach vorheriger schriftlicher Zustimmung von APIX erfolgen.