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Eine Staatsangehörigkeit ist wie eine Mietwohnung Die Romanverfilmung "Go" über Identitäts- und Persönlichkeitsfindung eines jungen Korea-Japaners Kritik: Andreas Fels
Koreaner in Japan waren in den letzten 80 Jahren eine oft sozial benachteiligte Minderheitengruppe. Doch in den letzen Dekaden hat in den Köpfen vieler Japaner ein Wandel im Umgang mit den Korea-Japanern stattgefunden. Allerdings nicht in allen Köpfen, wie "Go"- Hauptfigur SUGIHARA feststellen muss.
Die Vorgeschichte: Im August 1945 wurde mit der Befreiung Koreas aus japanischer Herrschaft und der Koreaner aus ihrer Zwangsarbeiterschaft das erste Mal eine Entscheidung fällig, welche die Koreaner in Japan für sich zu beantworten hatten: Die Frage danach, wo sie nach Ende der japanischen Kolonialzeit ihr Leben aufbauen wollten: In Japan, wohin viele von ihnen verschleppt worden waren, um in Fabriken Kriegsmaterialien zu fertigen, oder zurück in der ethnischen Heimat? Von den knapp 2,5 Millionen Koreanern in Japan zu Ende des zweiten Weltkriegs entschied sich der Großteil für eine Rückkehr auf die Halbinsel und ließ etwa 600.000 Menschen zurück. Diese sind die Vorfahren der meisten heute bereits in der dritten, vierten und fünften Generation in Japan lebenden Korea-Japaner. Neben der Rückkehr ins „Heimatland” bestand lange Jahre für Koreaner nur die Möglichkeit der Einbürgerung, die zwar die vorherrschende Diskriminierung zu umgehen geholfen hätte, der aber viele wegen eines Verlustes der koreanischen Identität kritisch gegenüber standen. Einige Änderungen des Japanischen Nationalitätengesetzes, von denen die letzte erst 1991 beschlossen wurde, verbesserten den Status der Koreaner in Japan. Ebenfalls Gewinner dieses „japanischen Oscars” ist IMAI Tsuyoshi, der sich für den Schnitt des Films verantwortlich zeichnet. Die rasant geschnittenen ersten gut 20 Minuten des Films, in denen die Hauptfigur SUGIHARA (Teenie Idol KUBOZUKA Yosuke) als Rebell auf der Flucht vor Polizei, beim Auflehnen gegen die Lehrer seiner nordkoreanischen Schule, in Schlägereien mit Mitschülern an einer japanischen High School, bei einem Mutproben- Lauf vor einer U-Bahn oder im Kreise von Yakuza vorgestellt wird, nehmen den Zuschauer mit treibendem Technobeat und visuellen Spielereien wie Zeitraffer, Zeitlupen und schrägen Kameraperspektiven gefangen. Dabei erinnern sie bisweilen an visuell auffällige Erfolgsfilme wie Guy Ritchies "Snatch - Schweine und Diamanten" (2000) und Tom Tykwers "Lola rennt" (1998). JAPANLINK | aktuelles | medien & kultur | land & leute | geschichte & politik | special | über japanlink | © 1997-2010 by Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung auf Datenträger wie CD-ROM, DVD-ROM und anderen Internetseiten sowie Nachdruck dürfen nur nach vorheriger schriftlicher Zustimmung von APIX erfolgen. |