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Die Otometics der Bambussprossen- Generation* Das "bizzaria"- Ratgeber- Büchlein hilft bei japanischen Eigen- und Redensarten auf die Sprünge Von Andreas Fels
Manchmal ist der Alltag mit Japanern für uns Langnasen schon komisch: Chiaki wirft einen ihrer Schuhe bis knapp unter die Decke und starrt gebannt auf die Position, die der Schuh nach dem Aufschlag einnehmen wird. Verkehrtherum, also mit der Sohle nach oben liegt er da - verdammt, morgen gibt's schlechtes Wetter. Doch das orakulöse Ungemach ist schnell vergessen, denn Chiaki hat Hunger und zwar "Peko Peko", was onomatopoetisch für einen übel knurrenden Magen steht.
Eine seltsame Welt, möchte man meinen, der man entweder auf dem Weg der Erfahrung begegnen kann oder durch einen vorbereitenden Blick in das jüngst erschienene Büchlein "bizzaria. 555 japanische Eigenarten und Mafia-Adressen".
Neben den Eigenheiten, die der japanischen Lesart folgend als "Japanische Eigenarten von Z bis A" von hinten nach vorne aufgelistet sind, haben Autor und Herausgeber auch einige aus unser Sicht kuriose Kleidungsaufdrucke und Markennamen (wie "Horny remover" als Name eines Hornhautentferners), einen Zeitungsartikel über Japanisches Englisch sowie, ein paar hilfreiche Worte für Sexsuchende und -habende (wie bakku, womit die "Hundestellung" gemeint ist), Ausdrücke der Ganovensprache und - wohl eher für Abenteuerlustige - Adressen der Yakuza zusammengetragen. Wem auf Partys mit Japanern dennoch die Gesprächsthemen ausgehen, der kann noch auf die Liste der 20 beliebtesten Showkünstler zurückgreifen, mit denen "bizzaria - der etwas andere Sprach- und Reiseführer" schließt. Braucht man dieses Buch? Zum Überleben in Japan sicherlich nicht, aber es könnte dem Leser so manche ungewöhnliche Situation in Japan - wir erinnern uns an Chiaki und ihren meteorologischen Schuh -in ein warmes Licht des Verstehens tauchen. Besonders wenn er in Kyûshû am Beckenrand eines onsen (eines traditionellen, sehr heißen Bades) steht und auf einem Schild die gut gemeinte Warnung "Beware, you will be boiled" liest. Kurzum: Ein weiteres Buch der Gattung "Irgendwie schräg, diese Japaner", aber durchaus kurzweilig und amüsant. * Als Otometics bezeichnet man Frauen, die sich übertrieben niedlich geben. Von otome (Frau) und romantic. Mit "Bambussprossen Generation" (takenoko zoku) betitelte man die Jugendlichen der 70er und 80er Jahre. JAPANLINK | aktuelles | medien & kultur | land & leute | geschichte & politik | special | über japanlink | © 1997-2010 by Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung auf Datenträger wie CD-ROM, DVD-ROM und anderen Internetseiten sowie Nachdruck dürfen nur nach vorheriger schriftlicher Zustimmung von APIX erfolgen. |