
Astroboy Shôjo Manga
Tezuka Osamu World (J)
TEZUKA Osamu
Gästebuch
Japanlink Forum
Kontakt
Impressum
Umfrage
|
|
| l e u t e |
TEZUKA Osamu
Der Gott des Manga
Von Kerstin Schmidt-Denter
TEZUKA Osamu gilt in Japan als manga no kami, als Gott des Manga. Schon zu seinen Lebzeiten war der 1989 Verstorbene eine Legende, der als Medienstar eine begeisterte Fangemeinde hatte. Nach seinem Tod setzte ein Boom an Sekundärliteratur zu seinem Leben und seinen Werken ein, Personen aus seinem näheren Umfeld lieferten in Fernsehauftritten und in als Büchern herausgegebenen Interviews eine scheinbar nicht enden wollende Sammlung an Anekdoten und ehrfürchtigen Schilderungen seines enormen Genies. Nachdrucke seiner manga sind heute noch immer zu erwerben wie auch teure Erstausgaben seiner Werke in Manga-Antiquariaten. Seine Figuren sind bis in die Gegenwart auf Bleistiften, Kaffeetassen, Ansteckern und Ähnlichem zu finden. Sowohl seine Werke als auch seine Person selbst sind häufiger Ausstellungsgegenstand verschiedener Museen, zusätzlich existiert in Takarazuka, der Stadt in der der Künstler aufwuchs, das Tezuka kinenkan, also das TEZUKA Osamu Gedächtnismuseum. Damit nicht genug: Bis zum Jahre 2003 soll bei Utsunomiya auf einem etwa 100 Hektar großem Gelände "Tezuka-World" entstehen, auf dem man sich mit Showprogrammen und Abenteuerfahrten inmitten der populärsten Figuren des Zeichners vergnügen kann. Auf dem Gelände des Vergnügungsparks sind zusätzlich eine Bibliothek, ein Kinderkrankenhaus und ein Studio für Zeichentrickfilmproduktionen ( Anime ) geplant.
Doch wie kam es zu dieser ungeheuren Popularität? Am 3. November 1928 erblickte TEZUKA Osamu in Toyonaka das Licht der Welt. Bereits in der Schulzeit fertigte er zahlreiche Skizzen und Zeichnungen an. Ein Jahr nach Beginn seines Medizinstudiums im Jahre 1945 in Ôsaka wurde in der Zeitschrift Mainichi shôkokumin shinbun sein Erstlingswerk, eine Serie aus vier Bildern (panels) bestehenden Comicstrips mit dem Titel Mâchan no nikkichô (Tagebuch des kleinen Mâ) veröffentlicht. Ein Jahr darauf stellte er Shintakarajima (Die neue Schatzinsel) fertig, welches das erste nach dem zweiten Weltkrieg veröffentlichte Manga in Buchform war. Mit einem Umfang von fast 2000 Seiten sprengte dieses Werk die bisherige Manga-Länge um ein Vielfaches. Zudem wurden hier erstmals Perspektiven- und Einstellungswechsel intensiv eingesetzt, ein Stilmittel, welches als Hauptmerkmal der modernen story manga gilt. Während der folgenden Jahre führte Tezuka ein Doppelleben als Medizinstudent und professioneller Manga-Zeichner, bis er 1950 der Tôkyôter Gesellschaft für Kinder-Manga beitrat.
Aufgrund der großen Fülle seiner Arbeit, die sich durch ausgesprochenen Ideenreichtum auszeichnet, ist es nicht möglich, in diesem Rahmen auch nur annähernd auf sämtliche Werke des Zeichners einzugehen. Besonders drei Serien aber haben einen hohen Bekannt- und Beliebtheitrsgrad erlangt und dienten so als Basis seines jahrzehntelangen Erfolges als führender Manga-Zeichner. 1950 bis 1954 erschien die Serie Jangurutaitei (Der Herrscher des Dschungels), welcher hier als Zeichentrickserie unter dem Namen "Kimba der weiße Löwe" bekannt ist. Ein kleiner Roboterjunge ist der Held der 1952 bis 1968 erschienenen Serie Tetsuwan Atomu (Eisenarm Atom), die zu einem großen Publikumserfolg avancierte. In den USA trägt diese Serie den Titel "Astro Boy". 1953 schuf TEZUKA den Grundstein für eine völlig neues Genre, indem er eine Manga-Serie für eine bis dato eher vernachlässigte Bevölkerungsgruppe schuf. Ribon no kishi (Der Schleifen-Ritter) war der erste speziell für junge Mädchen konzipierte Manga (shôjo manga). Er erzählt die Abenteuer einer jungen Prinzessin, die als Ritter verkleidet ihren Anspruch auf die Thronfolge verteidigt. Auch einer der ersten Manga für Erwachsene, in dem die Welt nicht mehr nur einfach in gut und böse zu unterteilen ist, stammt aus der Feder TEZUKAs. "Black Jack" handelt vonm einem geheimnisumwitterten Arzt, der, anders als die Helden in den Mangas für Kinder, eine kühle Gleichgültigkeit gegenüber seinen Patienten an den Tag legt und mitunter auch von Selbstzweifeln ob der Richtigkeit seines Tuns geplagt wird.
Insgesamt hinterließ TEZUKA Osamu ca. 150 000 veröffentlichte Manuskriptseiten, 700 veröffentlichte Manga und über 60 Zeichentrickfilme, die von seinem schier unbegrenzten Ideenreichtum zeugen. Seine Memoiren verfaßte er denn auch teilweise in Form von Manga, bevor er am 9. Februar 1989 mit nur 60 Jahren an einem Krebsleiden verstarb.
Seitenanfang
JAPANLINK
| aktuelles | medien & kultur | land & leute | geschichte &
politik | special | über japanlink |
© 1997-2010 by 
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung auf Datenträger wie CD-ROM, DVD-ROM und anderen Internetseiten
sowie Nachdruck dürfen nur nach vorheriger schriftlicher Zustimmung von APIX erfolgen.
|
 |
 |