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Alle wollen rollen
Ein neues Fortbewegungsmittel erobert Japans Städte

Von Kerstin Schmidt-Denter

Mühelos gleite ich über den glatten Boden der Einkaufs-Arkade. Ich stehe auf einem Razor-Roller, der wahrscheinlich coolsten Art, sich dieser Tage in Japan
   
Technische Daten:

Hersteller: MicroMobilitySystems
Gewicht: 2,7 kg
Größe (zusammen-
geklappt):60x10x16cm

fortzubewegen. Stolz beobachte ich, wie das Aluminium des Rollers im Schein der beleuchteten Reklametafeln glitzert. Eine kleine Bewegung des etwas hüfthohen Lenkers bringt den Roller dazu, eine geschmeidige Kurve um ein paar Fußgänger (ha - die haben keinen Roller, nur Füße) zu fahren.

Drei Mädels und ein RollerDa kommt mir ein Japaner, so Mitte 20, entgegen. Blondierte lange Haare, deutsche Militärjacke. Aha, also einer von den Coolen. Und auch er fährt auf einem der silbernen Roller. Lächelnd nicken wir uns zu. Beide genießen wir die bewundernden Blicke der anderen. Der, die noch zu Fuß gehen müssen.

Das war also meine erste Fahrt mit einem "Razor-Skater", einem kleinen Tretroller aus Aluminium. Derzeit sieht man in japanischen Großstädten wie Tôkyô oder Kyôto viele Menschen, die auf diese Weise umherrollen.

Vor allem viele junge Leute nutzen diese Art der Fortbewegung, deren Vorteile auf der Hand liegen. Anders als etwa ein Fahrrad, läßt sich der Roller mitzusammengeklappter Razor einfachen Handgriffen praktisch zusammenklappen. So kann er einfach in der Bahn mitgenommen werden, um am Ziel-Bahnhof wieder zusammengesteckt zu werden. Kürzere Strecken, die man sonst zu Fuß gehen würde, lassen sich mit dem Roller schnell und relativ mühelos bewältigen. Gebremst wird, indem man mit dem Fuß das hintere Schutzblech runtertritt, so daß die Reibung das Rad langsamer werden läßt.

Einen Nachteil gibt es allerdings doch: Den Preis. Etwa 15.000 - 16.000 Yen (270 - 288 DM) muß man dann doch anlegen. Aber was soll's - so manche Designer-Schuhe kosten noch mehr. Und dann schon lieber rollen...

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