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TAKENO Jôô

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TAKENO Jôô
Einer der Begründer der Tee-Kunst in Japan

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Daher begann Jôô auch unter dem Einfluß seiner Lehrmeister 1526 mit dem Zen-Studium im berühmten Daitokuji in Kyôto. Sein Lehrer war zunächst KOGAKU Sôkô, welcher nach dessen Tod von DAIRIN Sôtô abgelöst wurde. Sôtô verlieh ihm schließlich den Erleuchtetentitel eines Laienanhängers, koji

Im Jahr 1537 kehrte Jôô im Alter von 35 Jahren in seine Heimatstadt zurück. Inzwischen war er ein angesehener Tee-Meister geworden, der sich als mekiki, Gutachter für wertvolle (chinesische-) Tee-Utensilien verdingte (man sagt, er habe alle berühmten Tee-Gegenstände seiner Zeit gesehen) und selber auch von dem ererbten Reichtum viele wertvolle Utensilien erwarb.

Kulturelle Leistungen

Obwohl schon MURATA Jukô in seinem sôan no cha eine deutlich kleinere Raumgröße einführte, als sie noch zuvor beim shoin no cha üblich war, ging Jôô soweit, Jukôs 4 1/2 Mattenraum um weitere 1 1/2 tatami auf 3 tatami zu verkleinern. Es war Jôôs Intention seinen Teeraum möglichst schlicht einzurichten, da er von dem wabi-Gedanken, den er durch sein Zen-Studium kennengelernt hatte, angetan war. So benutzte er naturbelassene Lehmwände, so wie sie bei Bauernhäusrn üblich waren, anstelle von Papier.
Die tokonoma (Bild- bzw. Ziernische) war schlicht und mit unbehandeltem oder nur mit Dünnlack bestrichenes Holz eingerahmt. Die Fensterbretter Vorbereitung einer Tee-Zusammenkunftund das Bogengestell schaffte er ab. Das Holzgitter vor dem Fenster ersetzte er wegen seiner Schlichtheit durch Bambus. Auf das Wandregal (chigaidana) verzichtete er genauso, wie vor ihm schon Jukô. Da er aber ein Abstellmôglichkeit brauchte, entwickelte er aus dem ihm vom shoin no cha bekannten daisu (welches aber wohl nicht seinen Vorstellungen von Schlichtheit entsprach) und dem chigaidana eine Art kombiniertes Trageschränkchen, welches fukurodana genannt wurde. In diesem Schränkchen konnten Teeutensilien, die die Teilnehmer einer Teezusammenkunft hätten ablenken kônnen, blickgeschütz untergebracht werden. Das was Jôô dann in diesen Tee-Räumen abhielt, die sich inzwischen meist in eigenen Tee-Hütten befanden, eine Tradition, die auf MURATA Jukôs direkten Nachfolger MURATA Sôshu zurückgeht, der die erste Teehütte "Goshôan" schuf, kann man in seiner vollkommenen Schlichtheit durchaus als "Tee der Einsiedlerhütte" bezeichnen. Während solcher Zusammenkünfte pflegte Jôô auf sein kostbares Teegeschirr und -utensil zu verzichten und anstattdessen Einfaches zu benutzen. Dies tat er, Jukôs Gedanken folgend, der inneren Harmonie der Teilnehmer wegen, die durch solches Geschirr nur hätten abgelenkt werden können. Doch führte er nicht nur Teezusammenkünfte im Stil MURATA Jukôs durch. Gleichzeitig verfolgte er auch noch den "Tee im Studierzimmer' in der Tradition Nôamis (1394-1471). Der Einsatz von kostbarem chinesichen Teeutensil und der Verzicht auf solches konnten also durchaus wechseln.

Je nach Gesellschaft und benutztem Utensil entschied sich Jôô entweder für den 3 oder den 4 1/2 Matten-Raum. Bei Zusammenkünften mit vollständigem Verzicht auf chinesische Tee-Utensilien entschied er sich aber für den 3 Matten-Raum. Mit der Absicht eine Grenze zwischen äußerer Welt des Alltags und der inneren Welt einer Teezusammenkunft zu schaffen, legte Jôô als neues Element in der Tee-Kunst einen sogenannten Tee-Garten (roji) an, so wie er auch im Zen-Buddhismus üblich war. Während der Teeteilnehmer über den Gartenpfad zur Teehütte geht, beschreitet er nicht nur eine räumliche Distanz, sondern auch "einen Übergang oder Durchgang von der äußeren, alltäglichen Welt zu einem geheiligten Ort<, dem Tee-Raum" (Ehmcke 1991).

Wie schon zuvor angedeutet, war TAKENO Jôô Anhänger des wabi-Gedankens, den er seinem späteren Schüler und für die japanische Tee-Geschichte wohl bedeutendsten Tee-Meister SEN no Rikyü in dem Brief "Jôô wabi no fumi' erläuterte. Hiernach ist es ein Ziel des wabi, Selbstbescheidenheit und Anspruchslosigkeit zu erreichen. Dies kann allerdings nur von demjenigen erreicht werden, der über Vermögen und Ansehen verfügt, welches er dem wabi-Ideal opfert und für den eine Anspruchslosigkeit tatsächlich auch eine Entbehrung bedeuten würde ( Ein Beispiel für wabi war seiner Meinung nach die Sonnengôttin Amaterasu, die trotz ihrer Göttlichkeit unpolierten Reis aß und in einer Schilfhütte wohnte ). Jôô forderte im "Jôô montei e no hotto" bewußt Teegeräte zu verwenden, die andere für minderwertig hielten und verworfen hatten. Dieser Gedanke wurde von seinem Schüler Rikyû aufgegriffen und bis zu dem Ideal der Raku-Teeware weitergeführt.

Zum Abschluß möchte ich noch ein kleines Gedicht anfügen, indem Jôô die Wirkung des wabi-Tees umschreibt (aus Hammitzsch 1958):

Murasame no
tsuyu mo mada hinu
maki no ha ni
kiri tachinoboru
aki no yugure


Des Regenschauers Tau
ist noch nicht vergangen
Von der Zedern Nadeln
steigt hauchfein Nebel empor
beim Abendzwielicht im Herbst
Literatur zum Thema
Ehmcke, Franziska: Der japanische Tee-Weg. Bewußtseinsschulung und Gesamtkunstwerk. Köln: Dumont 1991.
Hennemann, Horst Siegfried: Chasho. Geist und Geschichte der Theorien der japanischen Teekunst. Wiesbaden: Harrasowitz 1994.
Hammitzsch, Horst: Cha-Do, der Tee-Weg. Zen in der Kunst des Tee-Weges. München: Planegg 1958.
Plutschow, Herbert E.: Historical Chanoyu. Tôkyô: The Japan Times Ltd., 1986.

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