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Leben mit der Angst - das große Tokai Erdbeben

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Die Strafe des Katzenfisch Namazu

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Die Strafe des Katzenfisch Namazu
Erdbeben in Japan

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Die Shizuoka Präfektur am Pazifischen Ozean und damit auf der Sagami-Bucht Spalte, gilt als gefährdeter Kandidat eines zukünfigen Erdbebens. Hier wurden detailierte Notfall-Pläne entwickelt, was im Falle des Falles zu tun wäre, inklusive Regulierung des Verkehrs, dem Schließen der Banken und Geschäfte und die Evakuierung der Einwohner.


Tôkyô heute

Auch für Tôkyô werden seit Jahren fatale Erdbeben vorrausgesagt. Um einer neuerlichen Feuersbrunst in der Folge eines Bebens vorzusorgen, stehen alle paar Meter Kästen mit Feuerlöschern in den Straßen. Darüber hinaus führt die Stadt-Regierung in regelmäßigen Abständen Sicherheitsüberprüfungen an Gebäuden in besonders gefährdeten Stadtteilen durch. Gebäude müssen auf besonders erdbebensichere Weise gebaut werden. Dabei stehen die Häuser, auch Hochhäuser wie z.B. das Tôkyô Metropolitan Bulding, das höchste Haus, in dem die Stadtregierung untergebracht ist, auf mehreren Ebenen beweglicher Fundamente und sind zudem so konstruiert, dass sie im Ernstfall schwingen können, ohne auseinander zu brechen.
   

Blick vom Tôkyô Metropolitam Government Building auf die schier unendliche Millionen-Stadt Tôkyô.

Doch selbst wenn die Wolkenkratzer das halten, was ihre Architekten und Statiker versprechen, und die staatlichen Katastrophen-Pläne wirklich greifen würden (was in Kobe übrigens nicht funktionierte), hätte ein Erdbeben in der 30 Millionen Einwohner Metropole fatale Folgen: Ältere Gebäude wie zum Beispiel die Plattenbau ähnlichen Danjô- Wohnanlagen könnten einem Beben nur schwer stand halten, Feuer würden sich den überall verfügbaren Feuerlöschern zum trotz aufgrund der städtebaulichen Dichte schnell ausbreiten können. Auch die sorgsam eingearbeiteten breiteren Straßen, die als Feuerbarriere in dem nur sieben Jahre währenden Aufbau nach dem 1923er Erdbeben mit eingeplant worden waren, würden die Feuer bremsen, aber nicht vollständig aufhalten. Das größte Problem bleibt die aufgrund der Enge eingeschränkte Möglichkeit der Evakuierung.

In Schulen und Arbeitsstätten werden mehrmals jährlich Notfall- und Evakuierungsübungen abgehalten und den Familien wird empfohlen, eine Notfallreserve an Trinkwasser und getrockneten Lebensmitteln, sowie ein Radio mit Batterien und eine funktionstüchtige Taschenlampe in den Haushalten aufzubewahren. Das Beispiel Kobe, bei dem die Bewohner trotz der Notsituation Ruhe bewahrten und vorbildlich einer Eskalation in Form von Panik und Plünderungen weitestgehend entgegengewirkt haben, hat gezeigt, dass solche Übungen und Vorkehrungsmaßnahmen tatsächlich Sinn machen.


Möglicher Umzug der Regierung
   

Das Tôkyô Metropolitam Government Building in Tôkyôs Stadtteil Shinjuku. Prestigeträchtig - aber auch erdbebensicher?

Allerdings: Ein Erdbeben in Tôkyô würde Japan sowohl politisch als auch wirtschaftlich lahm legen. Zu sehr ist das Land gerade diesbezüglich auf diese Metropole hin zentralisiert. Aus diesem Grund (und um der verkehrstechnisch ständig verstopften Stadt auszuweichen), diskutierte die Regierung in Tôkyô Januar diesen Jahres den Umzug des kompletten Regierungsapparates aus Tôkyô. Dabei kamen drei Standorte in Frage, die in erreichbarer Entfernung von Tôkyô liegen: Ein kleiner Ort bei Gifu, nord-westlich der jetzigen Hauptstadt, Tochigi im Fukushima Gebiet nördlich von Tôkyô und in der Nähe von Sendai und als letzte Variante Kyôto oder Nara, beides alte Kaiserstädte im Shiga-Gebiet. Doch noch ist man sich nicht einig geworden über den neuen Sitz der Regierung, geschweige denn darüber, ob der Regierungssitz tatsächlich bewegt werden soll - schließlich würde ein solcher Umzug Unsummen verschlingen, Geld, welches in der Zeit der Wirtschaftsrezession und Arbeitslosigkeit einfach fehlt. Also geht erstmal alles weiter seinen gewohnten Gang in der überfüllten und lauten Großstadt.

Auch in Kobe geht das Leben inzwischen wieder seinen gewohnten Gang. An die Stelle der eingestürzten Häuser sind Neue getreten, Straßen, Brücken, Tunnel und Schienen wieder repariert. Den Menschen, die damals für den Aufbau ihrer Häuser und Leben öffentliche Kredite aufnehmen mussten, will das Gesundheits. und Wohlfahrtsministerium laut einer Entscheidung vom 1.Juni 2000 ein zeitliches Aussetzen der Rückzahlungsauflagen gewähren, um die finanzielle Last von den Opfern des Erdbebens zu nehmen.
Die alten Menschen reden noch hin und wieder über jene schrecklichen Ereignisse vor einem halben Jahrzehnt, während jüngere Menschen wie NISHIZAWA Akiko das Beben vor fünf Jahren lieber verdrängen. Doch manchmal, so erzählt sie, wacht sie in den frühen Morgenstunden auf und muss an den Morgen des 17.Januar 1995 zurückdenken.

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